Ein Vordach, das es in sich hat

Eine neue Markise kaufen – oder ganz was anderes, um die Glasfront im Eingangsbereich des Ladens zu beschatten?
Vor dieser Frage stand Markus Wittling, der Geschäftsführer des Kölner Wein-Depots im Sommer 2017. Und er entschied sich.
Für ein maßgefertigtes Dach aus semitransparentem Glas, das gleichzeitig seit Anfang März 2021 auch Strom liefert.

Das Vordach beinhaltet 19 speziell angefertigte Photovoltaik-Module mit einer Länge von jeweils 2,75 Metern. Die Anlage hat eine installierte Leistung von 4,5 kWp. „Die Spezialanfertigung mit durchgängigen Modulen haben wir aus optischen Gründen empfohlen“, so Dr. Armin Frey, der Geschäftsführer der ENERGIEFREY GmbH, die die Anlage konzipiert hat. Die Transparenz des Glases ist so gewählt, dass es auf der einen Seite genügend verschattet, damit nicht zu viel Wärmestrahlen der Sonne ins Gebäudeinnere gelangen. Auf der anderen Seite entsteht durch die Semitransparenz eine Lichtstimmung, die den Kunden animiert, die Weinhandlung zu betreten.

Wittling freut sich über sein neues Vordach. „Es sieht trotz der massiven Metallkonstruktion sehr ästhetisch aus, aber das passt auch zu unserem großen Gebäude. Es ist genau so geworden, wie wir uns das vorgestellt haben. “Bei der Entscheidung für das Vordach mit der Photovoltaik-Anlage stand nie die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund”, wie der Geschäftsführer des Kölner Wein-Depots betont, sondern der Umweltaspekt. Das sei, so Wittling, schon bei der Errichtung des Gebäudes Anfang der 2000er Jahre ein ganz zentraler Punkt gewesen. Das Gebäude ist so konstruiert und gedämmt, dass es keine Klimaanlage braucht. „Das ist energetisch sehr sparsam. Wein darf keine großen Schwankungen haben, wir haben hier im Sommer 19 Grad und im Winter geht es ganz langsam runter auf 14 bis 13 Grad“, erläutert Wittling. „Und das ganz ohne Klimaanlage.“

Das Photovoltaik-Vordach passt hundertprozentig in das Nachhaltigkeitskonzept des Kölner Wein-Depots. Der damit erzeugte Strom wird für die Beleuchtung des Ladengeschäfts verwendet, erläutert Wittling. „Und für den Rest beziehen wir zu 100 Prozent Ökostrom.“

ENERGIEFREY GmbH aus Stuttgart begleitete auch die gesamte Realisation der Anlage. „Herr Frey hat uns die ganze Zeit über wunderbar betreut. Er übernahm die Absprachen mit dem Architekten und dem Statiker, er hat die Behörden kontaktiert und vor allem immer wieder beim Bauamt nachgehakt. Es war so eine richtige Rundum-Betreuung“, so Markus Wittling. „Ich bin froh, dass wir ihn gehabt haben.“