Virtuelles Kraftwerk Neckar-Alb in Betrieb genommen

Am 05.02.2018 wurde im Beisein von Umweltminister Franz Untersteller ein virtuelles Kraftwerk in Betrieb genommen.  Das virtuelle Kraftwerk ist ein Demonstrationsprojekt im Rahmen des Kooperationsnetzwerks Virtuelles Kraftwerk Neckar-Alb. ENERGIEFREY ist unter anderem für die Kundenanbindung und die Geschäftsmodelle zuständig.

Die Energiewende zeichnet sich dadurch aus, dass das Energiesystem eine Transformation durchläuft. Von wenigen zentralen Kraftwerken geht die Entwicklung hin zu vielen dezentralen Kraftwerken. War das alte System von grundlastfähigen Kraftwerken gekennzeichnet, so zeichnen sich die erneuerbaren Energieträger durch ihre Volatilität aus, d. h. es wird nur dann Strom produziert, wenn die Sonne scheint, bzw. der Wind weht. In diesem Kontext nehmen die Schlagworte Virtuelles Kraftwerk, Smart Grid, Smart Meter, Digitalisierung und Sektorenkopplung an Bedeutung zu.

Ein Kraftwerk, das aus mehreren, räumlich voneinander getrennten Einzelkomponenten besteht, wird hier als „virtuelles“ Kraftwerk bezeichnet. In Reutlingen wurden konkret eine Leitwarte, ein Blockheizkraftwerk, ein Wasserspeicher, eine Adsorptionskälteanlage, eine Ladestation für Elektrofahrzeuge und E-Bikes sowie eine kombinierte Photovoltaik- und Solarthermieanlage installiert und zu einem Micro-Grid zusammen geschlossen. Ein größerer Speicher wird folgen. Das vom Umweltministerium mit 400.000 Euro geförderte Test- und Forschungsprojekt soll unter realitätsnahen Bedingungen Erkenntnisse darüber liefern, wie sich solche Kraftwerke flächendeckend, sicher, zuverlässig und wirtschaftlich betreiben lassen.

ENERGIEFREY bietet Unternehmen an, die flexiblen Lasten im Unternehmen zu ermitteln, um so die Energiebeschaffung zu optimieren bzw. Kosten zu senken. Die Unternehmen können auch, Ihre Verbrauchsdaten auf das virtuelle Kraftwerk aufzuschalten. Die Leitwarte überwacht deren Energieversorgung und sendet bei Bedarf Optimierungsvorschläge an die Partner. So können sich Unternehmen in der Energiewende optimal positionieren.

Dr. Frey weist Umweltminister Franz Untersteller zusammen mit den Projektpartnern darauf hin, dass auf der regulatorischen Ebene noch viel getan werden muss, damit sich mehr Geschäftsmodelle von virtuellen Kraftwerken am Markt durchsetzen können. Angesichts des neuen Ziels der großen Koalition, 65 Prozent der Stromproduktion bis 2030 erneuerbar herzustellen, wird deutlich, wie wichtig Speicher und virtuelle Kraftwerke werden. Da sich der Strombedarf durch die Elektromobilität und in 20-30 Jahren durch die Produktionen synthetischer Kraftstoffe für Schiffe und Flugzeuge in Zukunft voraussichtlich deutlich steigern wird, wird die Bedeutung virtueller Kraftwerke, von Speichern und die Beschäftigung mit flexiblen Lasten noch weiter zunehmen.

Quelle Fotos: Hochschule Reutlingen